Das Leben und Werk des Carlo Scarpa

  • Von Felber
  • 22 November, 2012
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Ein Wiederaufleben des Lebenswerkes des Carlo Scarpa auf der diesjährigen Biennale in Venedig empfiehlt sich nicht nur durch den natürlichen Bezug zu dem venezianischen Architekten, sondern auch durch die aktuelle Relevanz seiner Kunst. In den Zeiten von Wandel und Modernisierung sind künstlerische Konzepte gefragt, welche in der Lage sind eine Harmonie zwischen Nostalgie und Fortschrittseifer zu schaffen. So werden auf der Biennale mit Sicherheit auch zukunftsträchtige Anregungen gesammelt, welche die ökologische Umstrukturierung von Stadtzentren oder die Verschönerung ihrer blockhaften Vorstädte essentiell prägen werden. Die organische Architektur von Carlo Scarpa könnte dabei einen bedeutenden Beitrag zur Umgestaltung westlicher Grossstädte leisten.

Lebensgeschichte

Der im Jahre 1906 in Venedig geborene Architekt ist jedoch kein Neuling auf der berühmten Kunstausstellung. Schon seit Anbeginn der 30er Jahre waren seine Werke der Glaskunst eine fest etablierte Attraktion der Veranstaltung. Carlo Scarpa studierte darüber hinaus auch an der Kunstakademie Venedig und erlangte dort einen Abschluss in Architekturzeichen. Die Abstinenz seiner akademischen Reife als staatlich anerkannter Architekt brachte den jungen Künstler zwar eine Vielzahl an Streitigkeiten ein, hielt ihn letztlich jedoch nicht davon ab, Professor am Istituto Universitario di Architettura di Venezia (IUAV) zu werden und die italienische Architekturgeschichte massgeblich zu beeinflussen.

Sein Werk

Die Ausstellung präsentiert in Ergänzung zu den architektonischen Konzepten ebenfalls eine erlesene Varietät an Glasvasen, welche in ihrer Gesamtheit die Kunst des Carlo Scarpa in Perfektion zur Schau stellen. Novecento-Vasen, Sommersi-Vasen, Corrosi und Laccati sowie Rigati und Tesutti entsenden, im Blickkontakt mit dem Besucher, die höhere Idee des italienischen Künstlers. Zu erkennen ist nämlich, dass eine jede Vase als Einzelstück heraus sticht und nicht lediglich ein Element einer grossen Geste ist. Scarpa’s Augenmerk liegt vielmehr in der akribischen Auseinandersetzung mit dem Detail und dem Ornamentalen und formt somit eine künstlerische Handschrift, die dem Stadtbild der Neuzeit sehr gut stehen würde.

Kategorien: Architektur, Design

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